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Presse über PuWo
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Artikel 4 Ein Freundschaftsdienst mausert sich zum Beruf.

Artikel 3 Damit sich Hunde pudelwohl fühlen.

Artikel 2 Ausgefallene Dienstleistung.

Artikel 1 Mit Hundemeute unterwegs.

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. Juni 2010 um 10:34 Uhr
 
Ein Herz für Tiere Ausgabe 10/99
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Artikel erschienen in der Zeitschrift
Ein Herz für Tiere Ausgabe 10/99
Ein Freundschaftsdienst mausert sich zum Beruf

Tiersitten wird bislang meist als Gefälligkeit angesehen. Als Beruf hat es noch kaum seinen festen Platz eingenommen, und wenn, dann vor allem in Form von Tierheimen . Inzwischen ist auch das mobile Tiersitting dabei sich als Fulltime-Job zu etablieren.

Dienstleistungen rund ums Tier sind ein Gewerbe-Zweig, den immer mehr für sich entdecken. professionell und gewinnorientiert lässt sich damit in Ballungsgebieten durch aus genug Geld zum Leben verdienen. Das Angebot schafft hier die Nachfrage. Die Tierhalter nutzen gerne die Möglichkeit, ihr Tier fachgerecht versorgen zu lassen.

Einen guten Profi-Sitter zu engagieren, hat für den Halter manche Vorteile:

·Er kann sich darauf verlassen, dass ein Sitter kommt, selbst wenn der Chef oder die Chefin einmal krank sind. Denn diese Zuverlässigkeit ist das Hauptargument für diese Branche.

· Ferner ist ein Profi-Sitter für vielerlei Dienste einsetzbar, zum Beispiel Blumen gießen, Hund spazieren führen, Briefkasten leeren, Zeitung hereinholen, Jalousien öffnen, schließen und vieles mehr.

· Drittens ist der Halter dem Sitter nicht so zum Dank verpflichtet, wie es bei einem Nachbarn der Fall wäre.

· Der Halter tritt als Auftraggeber und nicht als Bittsteller auf. Er kann somit alle seine Wünsche äußern und auch davon ausgehen, dass sie berücksichtigt werden.

·Domizilpflege Der Sitter kommt und versorgt Katzen, Kleintiere, Blumen. kümmert sich um Haus, Post, Zeitung, Jalousien, Mülltonnen und anderes.

· Passiert etwas mit einem Tier, dann ist die Haftungsfrage geklärt, denn es gibt einen Vertrag zwischen Sitter und Halter.

· Ein Pet-Sitter kann auch ohne Scheu kurzfristig engagiert werden.

· Und schließlich ist der Pet-Sitter ein Profi, der die betreute Tierart kennt und bei Problemen weiß, was zu tun ist.



Diese obengenannten Punkte sind die Eckpfeiler für den, der einen Sitter-Service aufziehen möchte. Dabei gibt es viele Möglichkeiten:

Die Domizil-Betreuung, die vor allem bei Katzen, Volieren-Vögel, Aquarien und Pflanzen nötig ist.

Die Ferienplatz-Betreuung, also eine Tierpension.

Oder der Gassi-ausführdienst für Hunde, also die stundenweise Betreuung von Vierbeinern berufstätiger Menschen oder auch solcher, die nicht gut zu Fuß sind.

Das Tagesheim für Hunde.

Alle diese Bereiche lassen sich zum Pet-Sitter zusammenfassen.


Und genau das haben die Schweizer seit eineinhalb Jahren modellhaft etabliert:

Das Schweizer Modell

,,Pet-Sitter-Verein" nennt sich eine Organisation, die mit Unterstützung vom Konrad-Lorenz-Kuratorium gegründet wurde in der seriöse und erfahrene Pet-Sitter aller Art Mitglied sind. Ein Service-Telefon vermittelt den Tierhaltern einen Sitter in ihrer Nähe, so dass Halter und Sitter gleichermaßen profitieren.

Jedes Mitglied hat seine eigene Dienstleistungsfirma unter einem eigenen Namen gegründet. Noch sind zwar erst 16 Sitter-Unternehmen in der Vermittlung vereint, doch die Idee hat sich in den knapp zwei Jahren ihres Bestehens bereits bewährt.

Der erfahrenste im Geschäft, Thomas RichIi, bietet seine Dienste schon seit zehn Jahren an. Seine Firma heißt ,,Puwo", abgeleitet vom Wort pudelwohl. Er bietet einen Spazierdienst, eine Spielgruppe für Hunde, Verhaltenstherapie für Hunde, Ausbildung, Bachblütentherapie, einen Futterdienst und anderes an. Andere Mitglieder im Verein haben sich auf die Domizil-Betreuung spezialisiert. So gibt es im Verein,, die Domizilbetreuung ,,Holipet" einen ,,Happy-Animals,Tier-&Ferienservice" oder einen ,,Haus-Tier-Service".

In Österreich sind Tiersitter-Dienste über die Internet-Website des Tierschutzvereins ,,Vier Pfoten" zu finden. In Deutschland sind Tiersitter weitgehend privat organisiert, vor allem auf Gegenseitigkeit wie bei den Catsitter-Clubs. Es gibt auch andere, etwa in Berlin den Hunde-Fit-Ausführdienst.

Die Investitionen sind gering, außer beim Gassi-Dienst: Wer täglich mehrere Hunde abholt braucht ein Spezial-Fahrzeug oder einen Anhänger mit vielen Hundeboxen und am besten eine eigene Auslaufwiese.



Die Finanzen

Ein Pet-Sitter-Dienst ist ein Gewerbe, das bei den Behörden angemeldet werden muss. Wer Tiere bei sich aufnimmt, also zusätzlich eine Tierpension unterhalten will, muss eine Genehmigung des Amtsveterinärs (der Gemeinde etc.) einholen. Bevor Sie endgültig beschließen, einen Tiersitter-Dienst anzubieten, sollten Sie sich vergewissern, dass das Veterinäramt keine für Sie unerfüllbaren Auflagen macht. Um als Kleinfamilie von einem Pet-Sitter-Dienst leben zu können, müssen Sie rund 300 Mark täglichen Umsatz machen, damit Ihnen wenigstens 4000 Mark netto übrig bleiben. Das ist natürlich nur ein Richtwert, denn die Ausgaben für Aushilfen können recht hoch sein, besonders dann, wenn Sie selbst in Urlaub fahren wollen. Für diese 300 Mark müssten Sie täglich 15 Hunde spazieren führen, oder, alternativ dazu, neun Hunde ausführen, zu sechs Katzen fahren, vier Briefkästen leeren und fünfmal Blumen gießen. Dieser Rechnung liegen Mindestpreise, ohne Futter, zugrunde. Es gibt in der Praxis auch viele Sonderfälle, Wochenpreise, Rabatte für Vielkatzen-Betreuung, Pauschalangebote usw.



Berufs-Richtlinien

Damit Seriosität gewährleistet ist, verpflichtet der Schweizer Verein seine Mitglieder nach amerikanischem Vorbild zu ethischen Richtlinien, ausserdem gibt es im Verein nur Mitglieder die auch über die für ihre Tätigkeit notwendige Infrastruktur verfügen. Die Ausbildung bleibt zwar jedem selbst überlassen, allerdings muss er glaubhaft machen, dass er mit Tieren umgehen kann und das gewisse Flair hat das es dazu braucht. Was er noch können muss, um erfolgreich zu sein, ist organisieren, Termine einhalten, mit Menschen umgehen und geschäftstüchtig sein, so wie Thomas RichIi. Er hat vor zehn Jahren an den richtigen Stellen (Tierarzt, Futter-Läden, Hundevereine etc.) seine Werbezettel ausgehängt und dabei die passenden Worte gefunden, um Hundehalter zu begeistern. Schon zwei Monate später konnte er von seinen Einnahmen leben. Die Tierhalter im städtischen Bereich nehmen solche Dienste auf jeden Fall gerne an. ,,Das sind nicht nur die oberen Zehntausend, sondern auch Leute, deren Hobby ihr Hund ist, und dafür sind sie gerne bereit zu investieren", sagt Thomas Richli.

Sein Erfolgsrezept ist absolute Zuverlässigkeit und Verantwortungsgefühl. Damit der Kunde sieht, was gemacht wird, kommt der Pet-Sitter zu einem Vorgespräch mit einem Info-Blatt, einem Fragebogen und einem Vertragsformular. Er lässt sich alles zeigen und erklären.

Der Präsident des Pet-Sitter-Vereins Thomas Richli empfiehlt:

die Büroarbeit so gering wie möglich zu halten, wenn möglich bar zu kassieren, (reduziert den administrativen Aufwand) was bei seinen Kunden problemlos klappt. Er verkauft Abo-Karten, die dann abgearbeitet werden.

Ein Problem kann es werden, wenn zu viel Lärm entsteht; wer gelegentlich Hunde mit nach Hause nehmen möchte, sollte nicht zu nah am nächsten Nachbarn leben und die gesetzlichen Vorschriften beachten. In Deutschland gibt es dazu Auflagen von den Behörden.

Als Hunde-Ausführer muss der Sitter am besten auch eine eigene Auslauf-Wiese anbieten können um einen allfälligen Leinenzwang zu umgehen, sowie Problemen mit Rudelfremden Hunden und Menschen auszuweichen. Für einen Hunde-Ausführ- Service sowie auch für eine Hunde-Pension gibt es ausserdem seitens von Behörden einige Gegebenheiten (Gesetze) zu beachten.

 

Ausbildungs-Fragen

Eine offizielle Ausbildung gibt es nicht. Eine Tierpfleger-Ausbildung ist für die Domizilpflege nützlich, aber nicht vorgeschrieben. Für die Pensionspflege kann sie oder eine ähnliche Ausbildung (z.B Tierarzthelferin, Tierarzt) verlangt werden. Wer Tiere beruflich betreut, muss Kenntnisse darüber nachweisen. Wichtig ist eine ausreichende Erfahrung im Umgang mit der zu betreuenden Tierart.

Der Profi-Tipp : ,,Das Wichtigste ist: Es muss immer 100% funktionieren, auch wenn man mal krank ist. Daher kann eine Einzelperson einen solchen Dienst nicht schaffen. Es sind immer Helfer nötig, die zuverlässig einspringen können. Thomas Richli, Pet-Sitter aus Binningen (Schweiz)



Isabella Lauer

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. Juni 2010 um 10:34 Uhr
 
Schweizer Familie 6.1997
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Schweizer Familie 6.1997

Ausgefallene Dienstleistung

Frische Windeln für das Baby, ein Maasanzug für den Herrn, Bewegung für den Hund: Wer einen Heimservice in Anspruch nehmen will, kann heute unter zahlreichen Dienstleistungen auswählen.

Spaziergänger mit Hunden sind im Wald, den Naherholungsgebieten der Stadt ein gewohnter Anblick. Doch mancher Jogger auf dem Weg zur Finnenbahn staunt nicht schlecht, wenn ein  zwölfköpfiges Hunderudel über die Wege dirigiert wird.

Richli und seine Teilzeitmitarbeiter füllen mit ihrem PUdelWOhlen-Hunde-Spazier-Dienst offensichtlich eine Marktlücke. Und garantieren den vierbeinigen Lieblingen vielbeschäftigter Hundehalter gegen Entgelt den erforderlichen Auslauf.  Die bewegungshungrigen domestizierten Laufraubtiere werden an der Haustür abgeholt, im Wald oder im Puwo eigenen eingezäunten Auslauf-Gelände bewegt und wieder daheim abgesetzt. Doch damit nicht genug: Richli macht auch Hausbesuche als Verhaltenstherapeut für neurotische Hunde und ihre überforderten Herrchen und Frauchen.

Was im Dienste der Profitmaximierung und mit der wachsenden Mobilität unserer Gesellschaft weitgehend verschwunden ist, erlebt derzeit eine eigentliche Renaissance: Hausbesuch und Hauslieferung. Was es telefonisch zu bestellen gibt, beschränkt sich schon lange nicht mehr auf pappige lauwarme Pizzas aus der muffigen Schachtel. Vom Biogemüse, das wöchentlich frei Haus geliefert wird, über Elektro-Smogmessungen, Hunde- und Menschencoiffeure bis hin zu skurrilen Angeboten wie Nacktputzdiensten.

Hunde-Spazier-Service

Als Thomas Richli (38) nach dem Verkauf seines Fitnesscenters und dem Ausstieg aus der Firma Windelkurier, die er zusammen mit einem Kollegen aufgebaut hatte, wieder einer unselbständigen Erwerbsarbeit im Zoo-Engros-Handel nachging, fand er kaum noch Zeit, seinem Hund den nötigen Auslauf zu verschaffen. Aus dem naheliegenden Schluss, dass sich etliche Hundehalter mit dem gleichen Problem herumschlagen, entstand die Idee für ein florierendes Geschäft.

Seit 1991 holen Richli und seine Mitarbeiter mit Spezialfahrzeugen täglich rund zwanzig Hunde von zu Hause ab, gönnen dem Rudel Auslauf, Spass und Spiel, danach liefern sie die Vierbeiner müde und zufrieden wieder an der Haustüre ab. Der PUWO-Hundespazierservice erfreut sich wachsender Beliebtheit und ernährte schon nach einer Anlaufphase von einem Jahr seinen Mann.

« hört sich zwar einfach an, aber so ein Hunderudel zu führen ist eine schwierige Aufgabe», sagt Thomas Richli. «Nervöse oder ängstliche Neulinge machen die ganze Gruppe unruhig und müssen deshalb sehr vorsichtig eingeführt werden. Schliesslich wollen die Besitzer ihre Lieblinge wohlbehalten zurück.»

Nicht nur den Auslaufservice für 25 Franken pro Spaziergang ist im Angebot, damit des Menschen bester Freund sich auch mal unter seinesgleichen richtig austoben kann. Seit Richli sich zum Hundeverhaltenstherapeuten ausgebildet hat, werden ihm immer öfter auch Hunde von Tierärzten überwiesen. Ob nun ein Schäferhund den Staubsauger attackiert, ein putziger Yorkshireterrier jeden beisst, der sich dem Telefon nähert, oder sich eine Promenadenmischung einfach nicht mit anderen Hunden verträgt: Kein Abgrund der Hundeseele ist Richli fremd. «Um das Verhalten der Hunde zu ändern, muss man fast immer das Verhalten des Halters gegenüber dem Hund ändern. Wer versteht, was im Kopf seines Hundes vorgeht, wird auch mit solchen Problemen fertig.»

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. Juni 2010 um 10:27 Uhr
 
Bz Basellandschaftliche Zeitung 28.3.98
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Bz Basellandschaftliche Zeitung 28.3.98
Damit sich Hunde pudelwohl fühlen.
Das bz-Porträt: Heute Thomas Richli, Allrounder in Sachen Hund

Er lies andere Leute in seinem eigenen Fitnesscenter schwitzen . Als Windelkurier holte er die selber entwickelten und patentierten Stoffwindeln bei seinen Kunden ab und brachte sie sauber zurück. Heute hat er es mit Hunden:

Richli leitet einen Spazierdienst für Vierbeiner.

Die Begrüssung ist laut und heftig. Ein aprikosen farbiger Pudel, der auf den Namen «Taiger» hört, springt freudig bellend hoch. Sein Herrchen Thomas RichIl erklärt, durch diesen Pudel sei er eigentlich «auf den Hund gekommen».

Von Mirjam Jauslin


Vor elfeinhalb Jahren habe ihm ein Bekannter den Vierbeiner vorbeigebracht: «Vorher hatte ich mit Hunden nicht viel am Hut». Als der Pudel schliesslich bei ihm blieb, begann er, sämtliche Fachliteratur über Hunde sowie Wölfe zu verschlingen: «Ich wollte einfach wissen, auf was für ein Wesen ich mich da eingelassen hatte.» Seit 1991 bietet Richli den Hundespazierdienst «Puwo» an, was so viel heisst wie pudelwohl.

Konzentration nötig


«Von aussen gesehen wirkt das Spazieren mit dem Hunderudel wie ein Kinderspiel», sagt Richli. Aber: «Es ist eine sehr intensive Arbeit. Man muss dauernd auf Draht sein. Das Rudel lebt schliesslich.» Eine Spaziergruppe bestehe aus acht bis fünfzehn Hunden, die im Normalfall nicht an der Leine geführt würden. Sie dürfen im Wald spazieren oder sich auf einem umzäunten Areal im Elsass austoben.

Richli meint, die Hunde fühlten sich im Rudel wohl, «weil da mehr los ist.» Denn der Hund sei eines der sozialsten Tiere überhaupt, «er braucht seinesgleichen sonst wird er neurotisch.» Für seine Funktion als «Leithund» habe er von den Hunden selbst am meisten gelernt.

Mit und ohne Stammbaum

In einer Spaziergruppe seien alle Arten von Hunden dabei, solche mit Stammbaum, aber auch Mischlinge. Auch seine Kunden stammten aus allen Schichten: «Vom Basler Gross-Verleger bis zum Junkie.» Richli kennt seine Kunden alle persönlich. Die meisten kämen aus Basel oder aus der näheren Umgebung. Viele seien berufstätig oder könnten nicht selber mit dem Hund spazieren gehen, weil sie krank seien. Andere wollten ihrem Hund einfach etwas Nettes gönnen.

Richli wuchs mit seinen drei Geschwistern in einfachen zufriedenen Verhältnissen, im Kleinbasel auf. «Auch ich war als Kind viel unterwegs», erzählt Richli, das war draussen in den Strassen des Kleinbasels. «Ich wuchs sozusagen im Rudel auf:

Klybeck-Rudel, Horburg-Rudel.», sagt er und lacht verschmitzt. Orte wie das Kleinbasel würden noch wirklich leben, schwärmt Richli wobei er heute doch lieber in Binningen wohne. Das Kleinbasel jedoch sei seine Lebensschule gewesen und habe ihn fit fürs Leben gemacht.

Jeden Tag ein Klöpfer

An seine erste Begegnung mit einem Hund kann Richli sich gut erinnern: Er sei acht oder neun Jahre alt gewesen. Er ging immer den gleichen Weg zu seinem Spielplatz. unterwegs kam er an einem dicken Hund vorbei, der auf dem Trottoir lag. «Ich brachte dem Hund immer einen Klöpfer von zu Hause mit, was ihn sicherlich sehr freute.» Heute hofft er, dass nicht seine Cervalas ihn so dick gemacht haben.

Nach der Schule wurde Richli Töffmechaniker. Er machte sich aber bald selbständig, als einer der ersten Tagelöhner in Basel, betrieb danach 6 Jahre ein Fitnesscenter, versuchte sich in der Werbebranche, gründete mit einem Partner den «Windelkurier» und arbeitete in einer Handlung für Zooartikel.

Dort behagte ihm der geregelte Tagesablauf nicht - er wollte «wieder selbständig arbeiten», Am meisten störte ihn, dass sein Pudel zu kurz kam. «Ich konnte den Hund zwar zur Arbeit mitnehmen, aber ich hatte immer das Gefühl, ich hätte zu wenig Zeit für ihn.» Dann sei ihm aufgefallen, dass es vielen Hundebesitzern ähnlich gehe. So sei er auf die Idee mit dem Hundespazierdienst gekommen.

Mittlerweile hat Richli freie Mitarbeiter, die mit den Hunden spazieren gehen. Heute sei er mehr Organisator, der die Infrastruktur zur Verfügung stelle und immer für Sonderfälle sowie zur Ablösung seiner Mitarbeiter bereitstehe meint Richli. Zudem widme er sich der Verhaltenstherapie für Herrchen und Hund. Er helfe Besitzern, welche die «Hundesprache» zu wenig beherrschten, Fehlverhalten gegenüber ihrem Vierbeiner abzubauen. Um so die Verständigung zwischen Hund und Mensch zu verbessern, manches Problem würde sich dadurch in Luft auflösen Er nennt ein Beispiel: «Nehmen wir einen ängstlichen Hund, der nicht Auto fahren will.» Wenn sein Herrchen ihn zu beruhigen versuche, sei das völlig falsch, denn der Hund fasse das liebevolle Zureden als Belohnung seiner Angstreaktion auf und werde noch ängstlicher. Besser sei, man packe den Hund ins Auto. Sobald er merke, dass nichts Schlimmes passiere, verschwinde auch die Angst.

Gesetzeskonform

Im Moment beherbergt Richli in seinem Haus sechs Hunde. Der Pudel «Taiger» und der Labrador-Mischling «Bico» gehören ihm. Die anderen vier seien Ferienhunde oder Tiere, die er tagsüber betreue. Mit Ausnahme von «Taiger», der sich unter dem Tisch ausstreckt, tollen alle im Garten herum.

Wie reagiert die Nachbarschaft auf die vierbeinigen Besucher von Thomas Richli? «Die haben sich daran gewöhnt.» Manche vor allem diejenigen die direkt nebenan wohnen seien sogar froh über die Alarmanlage. Es gäbe zwar immer noch solche, die sofort den Kopf aus dem Fenster strecken würden, sobald ein Hund Laut gebe. Gebell dringt durch die offene Balkontür in das Wohnzimmer. Richli steht auf, geht zum Balkon und ruft den Hunden etwas zu, worauf diese sich beruhigen. Als er zurückkommt, meint er grinsend, so lange die Hunde nicht länger als 15 Minuten andauernd bellen würden, seien sie gesetzeskonform.

Vom Spazierdienst und den Einnahmen aus der Verhaltenstherapie könne er gut leben. Auf seinen Erfolgen ausruhen will sich Richli aber nicht: Vor vier Jahren begann er zusammen mit einem Partner die biologische Pflegelinie Biarom für Tiere zu entwickeln. Die Produkte mit ätherischen Ölen seien aber auch für Menschen geeignet. Kürzlich habe er eine ganze Pfadi-Gruppe mit dem Mittel «Parasitenschreck» eingedeckt. Es wirke gegen Zecken und Flöhe.

Spontan

bz. Thomas Richli antwortet spontan auf Stichworte, die ihm die bz vorgelegt hat:

Grippewelle: Viele kranke Leute die mir leid tun. Vorteil mehr Hunde-Spaziergänge.

UBS-Fusion: Von mir aus warum auch nicht.

Piccolo: Fasnacht.

Schnee: Hundefreude.

Zolli: Tiere ohne Freiheit.

Ostern: Freie Tage, da werde ich mit dem Motorrad unterwegs sein.

Saddam Hussein: Unbedingt für immer einsperren und mundtot machen.

Muba: Für mich nur Verkehrschaos, mehr nicht.

Von Mirjam Jauslin
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. Juni 2010 um 10:31 Uhr
 
Schweizer Hunde Magazin
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Schweizer Hunde Magazin 6.92
Mit «Hundemeute» unterwegs

Zehn Hundeköpfe - gelockt oder glatt, lang- oder kurzhaarig, schwarz weiss oder mit zwei- bis dreifarbigem Design - tauchen gleichzeitig auf, als sich die Hecktür des geräumigen Transporters öffnet. Die Köpfe mit den erwartungsvoll glänzenden Augen gehören zu zehn Hunden aller Rassen, Grössen und Temperamente. Vom zottigen Mischling bis zur selbstbewussten Tibetanischen Tempelhündin ist alles vertreten in dieser bunt gemischten Hundegesellschaft. Friedlich teilen sie sich den Raum im Transporter des Hunde-Spazierdienstes PUWO (Abkürzung für «pudelwohl»).

Von Vorteil für Hunde und Besitzer

Wie kam Thomas Richli, der diesen «Dienst an Hunden» leistet, auf die Idee, Hunde aus Basel und Umgebung täglich oder an bestimmten Wochentagen bei ihren verschiedenen Meisterinnen und Meistern abzuholen um dann mit dem ganzen Rudel ausserhalb der Stadt zu spazieren? «Ich hatte einen Job bei dem für meinen Hund Taiger einfach zu wenig Zeit blieb. Zwar konnte ich ihn zur Arbeit mitnehmen aber es war für ihn dort ziemlich langweilig. Leider gibt es viele Hunde, die tagsüber sogar alleingelassen werden müssen oder die zum Beispiel wegen körperlicher Behinderung, Erkrankung, Stellenwechsel usw. ihres Halters nicht genügend Auslauf bekommen», sagt Thomas Richli. «Mit meinem PUWO-Dienst möchte ich solchen Hunden die nötige Bewegung verschaffen und ihnen Gelegenheit geben, sich zu versäubern, aber auch ihre übrigen Bedürfnisse wie z.B. Sozialkontakt mit Artgenossen zu befriedigen:

Die Hunde können neugierig herumschnüffeln und mit anderen Hunden spielen. «Der Kontakt mit seinesgleichen ist für jeden Hund enorm wichtig», erklärt Thomas Richli, «nur dann kann sich sein Verhalten artgerecht entwickeIn oder aufrecht erhalten werden.» Auch Richlis eigener Hund, der aufgeweckte Abrico-Pudel Tiger englisch «Taiger» - ausgesprochen profitiert davon, dass er sämtliche Spaziergänge mitmachen darf und dabei durch sein ausgeglichenes, folgsames Verhalten auffällt.

Für Susanne Codoni, Logopädin aus Basel und Besitzerin des lebhaften Lakeland-Terriers Joker, war die Existenz eines solchen Spazierdienstes sogar Vorbedingung für die Anschaffung eines Hundes. «Mein Beruf beansprucht mich so sehr, dass ich auf eine derartige Hilfe angewiesen bin. Ich kann bei beruflicher Abwesenheit mit Herrn Richli wenn nötig auch kurzfristig eine zusätzliche Tour für Joker vereinbaren und ihm den Hausschlüssel hinterlassen - der PUWO-Fahrplan ist sehr flexibel gestaltet, und sein Organisator ist äusserst zuverlässig. Das ist genau das, was ich brauche!

Sie fährt fort: «Thomas Richli ist unheimlich lieb, aber zugleich sehr konsequent mit meinem Joker.» Die Terriers sind ja bekanntlich sehr ungestüme Hunde, und ihre Haltung kann deshalb mit Problemen verbunden sein. Durch das regelmässige Zusammensein mit anderen Hunden seit dem zarten Alter von fünf Monaten wurde der «Jolly Joker» zunehmend ausgeglichener. «Er kann seinen Spieltrieb ausleben und ist dann zu Hause ein sehr angenehmer Zeitgenosse», erzählt Susanne Codoni, «und ich habe das Gefühl, dass mein Joker dadurch ein glücklicher Hund ist.» Überdies, so betont sie, profitiere sie und Joker von Herrn Richlis reicher Erfahrung als Hundepädagoge.

Thomas Richli muss sich aber auch mit kritischen Äusserungen auseinandersetzen: Leute, die nicht genug Zeit für Spaziergänge aufbringen können, sollten keinen Hund halten, wurde ihm schon gesagt. Er ist jedoch der Ansicht, dass gerade jene Hundehalter, die seinen Dienst beanspruchen, sicher ganz besonders um das Wohl ihrer Vierbeiner besorgt sind. «Sonst würden sie ja die Kosten dieser Dienstleistung nicht auf sich nehmen», hält der PUWO-Leiter fest. Der PUWO-Spazierdienst ist gut organisiert: Zweimal am Tag, vor- und nachmittags, sammelt der Transporter die Hunde an ihren verschiedenen Domizilen ein.

Der Transporter ist ein auch innen leicht zu reinigendes Spezialfahrzeug. Ausgestattet mit einer rutschfesten Bodenmatte aus Gummi sowie mit einer aufwendigen Heizungs- Lüftungsanlage und vollständig isoliert was bedeutet, dass es im Wagen nicht unangenehm heiss wird.

Mit einem umfangreichen Schlüsselbund bewaffnet, startet Thomas Richli seine Sammelfahrt, holt zuerst einen nur fünf Monate alten, aber hochintelligenten Mischling Pepsi, dann den unverfrorenen Terrier Joker, einen gefügigen Schäferbastard sowie eine selbstbewusste Lhasa-Apso-Dame Maiti bei ihren jeweiligen Besitzerinnen und Besitzern ab.

Der gewichtige Schlüsselbund tritt dann in Aktion, wenn die Besitzer abwesend sind. Als nächste Passagierin hievt sich ein etwas zu schweres Bobtail-Weibchen ins Hundeabteil.

Beim fünften Halt rast der rote Cockerspaniel Woody begeistert den Gartenweg entlang zum wartenden Auto, nimmt dann seinen gewohnten Aussichtsplatz am Heckfenster ein. Auf diese Weise kommt pro Tour eine Gruppe von durchschnittlich zehn Hunden zusammen, die im hinteren Teil des Transporters liegen oder sitzen, bis der Ausgangspunkt für den Spaziergang - meist ein abgelegener Waldweg - erreicht ist. Je nach Charakter rasch oder langsam, ungestüm oder vorsichtig springen die Hunde aus dem Transporter und folgen ohne Leine ihrem «Führhund» Thomas Richli, der nun den Spazierweg unter die Füsse nimmt. Vor, hinter und neben ihm setzen sich seine Schützlinge in Bewegung, einige ununterbrochen rennend oder miteinander spielend, andere bedächtig schnuppernd, die Hundezeitung am Wegrand lesend.

Natürliche Harmonie im Rudel

«Im Rudel bricht normalerweise keine ernstzunehmende Rauferei aus», versichert Thomas Richli, «auch wenn grosse und kleine Hunde beisammen sind. In der Regel fügen sich selbst Neulinge sehr schnell in die Gruppe ein. Ein etwaiges Gerangel muss man die Hunde unter sich austragen lassen, solange keine ernsthaften Verletzungen zu befürchten sind. Das ist aber bei normal veranlagten Hunden kaum je der Fall, jeder weiss genau, wie weit er bei solchen Auseinandersetzungen gehen kann. Sobald eine klare Rangordnung hergestellt ist, läuft alles reibungslos ab.

Allerdings muss ich wirklich aggressive Tiere für den Spazierdienst ablehnen!

Da im Rudel immer etwas los ist, haben die einzelnen Hunde auch keine Lust davonzulaufen, ja das Risiko, dass einer verschwindet, ist sogar kleiner, als wenn der Meister oder die Meisterin allein mit dem Hund ausgeht.

Natürlich muss ich vor dem ersten Spaziergang mit einem neuen Hund, mit dem Halter reden, um nicht nur den Namen des Hundes, sondern auch seine Eigenarten und Marotten kennenzulernen. Denn ich muss ja richtig darauf reagieren können. Vielleicht darf ein Hund nicht ins Wasser, weil er einfach nicht mehr an Land kommen will oder ein anderes Tier liebt Kinder so sehr, dass es nicht mehr von ihnen wegzubringen ist.

Auf heikle Situationen muss man immer gefasst sein und darf nie die Nerven verlieren. So schnappte sich einmal der Rudelchef Zoro (Gordon Setter) während eines Spaziergangs die Badehose eines Ausflüglers, die im Gras lag, und rannte mit seiner Beute triumphierend davon, dabei konnte man nur Herzhaft lachen. Im allgemeinen gibt es aber keine Schwierigkeiten, und wenn ich andere Spaziergänger antreffe, fallen deren Reaktionen meist positiv aus. Die meisten sind angenehm überrascht angesichts der friedlichen, gelösten Atmosphäre, die in meiner Hundemeute herrscht.»

Auf der Rückfahrt verhalten sich die Vierbeiner sehr ruhig; müde und zufrieden nach dem Umhertollen im Freien liegen sie beieinander, bis sich der Transporter ihrem jeweiligen Heim nähert. Schon hält sich die Beagle-Hündin Chicca startbereit, als das Auto nicht weit vom Arbeitsort ihrer Meisterin anhält. Terrier Joker kneift sie beim Aussteigen noch rasch und unverschämt ins Hinterteil. Er wird angebunden, damit er keine weiteren «Aussteiger» mehr behelligen kann.

Gut organisierter Service für alle HundehaIter

So wie das Einsammeln, muss auch das Zurückbringen der Hunde rationell vor sich gehen, die Fahrroute so gestaltet werden, dass so wenig Zeit wie möglich gebraucht wird um nicht in den Haupt-Verkehrszeiten mit den Hunden im Stau zu stehen.

Die Cockerspaniel-Hündin Sascha muss in den ersten Stock gebracht werden, da die Besitzerin behindert ist. Auch Woody trifft wohlbehalten wieder in seinem Heim ein, von Thomas Richli per Schlüsselbund eingelassen.

Nicht nur eitel Wonne

So unbeschwert diese Hunde-Spaziergänge wirken mögen, ganz sorgenfrei ist ihr Initiator und Organisator nicht. Unter anderem befürchtet Thomas Richli, dass auch in Basel und Umgebung über kurz oder lang der Leinenzwang für Hunde eingeführt wird. Problematisch ist für den Spazierdienst auch die Setzzeit der Rehe in der absoluter Leinenzwang herrscht. Er macht sich keine Illusionen über ein eventuelles Entgegenkommen der Behörden für seinen PUWO-Dienst. Schon seit geraumer Zeit sucht er deshalb ein geeignetes, einzäunbares Gelände oder - noch besser - ein etwas abgelegenes Haus mit Umschwung in der Region Basel. Der bestehende Spazierdienst und zusätzlich ein Tagesheim für Hunde seien ein echtes Bedürfnis bei Hundehalterinnen und -haltern.

Eine weitere Sorge bildet die Kostenfrage: Im Interesse der Kundschaft wie auch der Hunde möchte Thomas Richli seine Dienstleistungen so günstig wie möglich anbieten: «Ich kann doch nicht Phantasiepreise verlangen, schliesslich muss diese Hilfe für den einzelnen Hundehalter noch bezahlbar sein.» Andererseits spürt auch PUWO die gegenwärtige Kostenexplosion. Mit den laufenden Einnahmen kann deshalb ein eigentlich nötiger Ausbau der Dienstleistungen nicht erwirtschaftet werden. Zusätzliche Spaziertouren, ein Wochenend-Service usw. würde die Mithilfe eines geeigneten Betreuers/in und die Anschaffung eines zweiten Spezial-Transporters für Hunde bedingen was enorme Kosten verursachen würde.

Es stellt sich daher die Frage, ob für eine solche Ausdehnung und Verbesserung der Dienstleistungen nicht Spenden, Gönner-Beiträge oder ein Sponsor eine Lösung wären, dies besonders auch im Hinblick auf Hundebesitzer mit beschränkten finanziellen Möglichkeiten, die den PUWO-Dienst beanspruchen möchten und im Interesse des Hundes sogar sollten. Eine derartige Umstrukturierung der finanziellen Basis muss aber gut überlegt sein. Vorerst bleibt Thomas Richli bei seinem noch gut überblickbaren Kundenkreis, der etwa vierzig Hunde umfasst. «Ich kann mich gegenwärtig damit über Wasser halten», meint er achselzuckend, die ihm anvertrauten Hunde leben auf jeden Fall gut dabei.

Lislott Pfaff
Schweizer Hunde Magazin 6.92
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. Juni 2010 um 10:33 Uhr
 


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